"Der Schiri hat das Spiel kaputtgepfiffen!"

geschrieben von Thomas Sievers am 07. Juni 2014

Herber Rückschlag für die Aufstiegsambitionen der M4

So oder ähnlich äußern sich meist Fussballtrainer, wenn die eigene Mannschaft durch Elfmeter oder nicht gegebenes Abseitstor eine Niederlage einfährt. Aber selbst im Triathlon gibt es Momente, wo einem dieser Gedanke durch den Kopf gehen könnte; und der 1. Juni nach dem Verbandsliga-Wettkampf in Harsewinkel war ein solcher.

Vorab war bereits klar, dass der M4 ihr Saisonziel, nämlich der direkte Durchmarsch in die Oberliga, von den konkurrierenden Vereinen nicht leicht gemacht werden würde. Dafür zeichneten aber gar nicht die bisherigen Top-Mannschaften der Verbandsliga Nord verantwortlich oder die Absteiger aus der Oberliga. Die direkte Konkurrenz um den Aufstieg hatte sich die M4 vielmehr in Form von Tri-As Hamm und TriSpeed Marienfeld direkt aus der Landesliga Nord mitgebracht. Die beiden Vereine hatten schon die Landesliga Nord in der Saison 2013 zusammen mit unserer vierten Mannschaft dominiert, wo sie sich immer wieder packende Dreikämpfe lieferten und die Leistungen, die deren Athleten im Vorfeld der 2014er Ligasaison zeigten, ließen erwarten, dass auch 2014 der Aufstieg in die Oberliga nur über diese drei Mannschaften gehen würde.
Man durfte also gespannt sein auf den ersten Wettkampftag, an dem alle Mannschaften im übertragenen Sinne die Hosen runterlassen würden.

"Jetzt geht's los"

Hier startete der erste von vier Ligaeinsätzen in der Verbandsliga Nord für die vier TriFinisher Jonas Bünz, Holger Fritze, Andreas Jüdiges und Thomas Sievers wie geplant. Der schwimmerisch in dieser Saison stark verbesserte Holger kam nach knapp 15 Minuten im Vorderfeld aus dem Wasser und konnte sich auch auf dem Rad weiter nach vorne arbeiten. Mit Schwimmzeiten zwischen 17 und 18 Minuten folgten gefühlte Ewigkeiten später die eher nicht als große Schwimmer geltenden Jonas, Thomas und Andreas im hinteren Mittelfeld und schnappten sich ihr Rad. Hier konnten alle drei sich deutlich nach vorne schieben. Vor allem Thomas hatte wohl einen guten Tag und katapultierte sich mit der schnellsten Radzeit in der Verbandsliga von Platz 39 auf Platz 3 nach dem Radsplit. Kurz dahinter folgte Holger als bekannt starker Läufer, der sich schnell auf den dritten Platz nach vorne arbeite, aber gegen die beiden extrem starken Hammer Christian Härtel und Mirko Hammerl keine Chance mehr hatte. Er kam als Dritter über die Ziellinie und konnte dort Thomas in Empfang nehmen, der rund zwei Minuten später als Sechster die zweite Top-Ten-Platzierung für die M4 sicherstellte. Kurze Zeit nach Holger gingen Andreas und Jonas auf die 10km-Laufstrecke, wo Jonas sich nochmals nach vorne arbeitete (Platz 18 zu diesem Zeitpunkt); Andreas jedoch nach viel Verletzungspech in der Vorbereitung Probleme auf der Laufstrecke bekam, dennoch mit viel Einsatz den 36. Platz ins Ziel rettete.
Zu diesem Zeitpunkt war aufgrund der Platzierungen der konkurrierenden Athleten vom Tri-As Hamm und TriSpeed Marienfeld bereits klar, dass unsere M4 den zweiten Tagesrang belegen würde.
Eigentlich ein rundum gelungener Wettkampf; denn wenn Tri-As Hamm in Bestbesetzung antritt und eine 32er Platzziffer nach hause fährt, ist es schon sehr schwer, den vier Hammern noch den Tagessieg zu nehmen. Damit hätte die M4 eigentlich zufrieden den Heimweg nach Münster antreten können.

Zeitstrafe - oder was die rote Karte wirklich bedeutet...

Wenn es da nicht diese eine Situation auf der Radstrecke gegeben hätte. Holger meinte dazu, dass er von einem anderen Starter überholt worden sei und dessen Windschattenbereich wohl nicht schnell genug verlassen habe. Kurz darauf sei er von einem Kampfrichter überholt worden, der ihm die rote Karte gezeigt habe. "Zeitstrafe - so ein Mist!" mag ihm durch den Kopf gegangen sein. Was ihm und seinen Teamkollegen aber zuerst nicht klar war ist der Umstand, dass die rote Karte keine Zeitstrafe bedeutet (das wird durch eine schwarze Karte angezeigt), sondern die Disqualifikation! Diese kann laut Regelwerk bei Windschattenfahren verhängt werden ohne vorherige Verwarnung oder Zeitstrafe. Man muss sich allerdings in Anbetracht der Pulkfahrerei in höheren Ligen, wo durchweg höchstens Zeitstrafen verhängt werden (und oft genug nicht mal diese) fragen, wie in der oben geschilderten Situation gleich eine Disqualifikation zu rechtfertigen ist. Ein Einspruch gegen diese "Tatsachenentscheidung" blieb erwartungsgemäß ohne Erfolg, und so wurde aus dem sportlich errungenen Podestplatz am grünen Tisch Platz 7, was für die Aufstiegsambitionen der M4 in Anbetracht der starken Konkurrenz aus Hamm und Marienfeld einen herben Rückschlag darstellt.
Und dennoch: Die M4 ist in dieser Saison trotz Abgängen in die M3 stark genug, um in den nächsten Ligawettkämpfen die passende sportliche Antwort zu geben und am Ende den zweiten Tabellenplatz, der noch den sicheren Aufstieg (ohne auf Abmeldungen in höheren Ligen hoffen zu müssen) bedeutet, zu erreichen.

 

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