M4: Drama am Saerbecker Badesee - und doch Platz 2

geschrieben von Thomas Sievers am 08. Juli 2014

M4: Drama am Saerbecker Badesee - und doch Platz 2

Die Erwartungshaltung war hoch für diesen dritten Wettkampftag in Saerbeck: Mit einer Top-Besetzung sollte es nun endlich klappen mit dem ersten Tagessieg in der Verbandsliga, auf den zuletzt unsere guten alten Bekannten aus Hamm abonniert gewesen sind. Doch erneut kam es anders, und das auf eine Weise, die man lieber nicht erleben möchte.

Die Wetteraussichten für diesen Tag waren recht optimistisch: 24-27°, sonnig und trocken. Allerdings sollte ein kräftiges Lüftchen wehen - aber das ist ja für starke Radfahrer, die die TriFis im allgemeinen und die heute startenden im besonderen ja sind, ist das eher ein Vorteil. Mit einer Wassertemperatur von 21,8°, wie zu hören war, ist der Veranstalter auch gerade noch um die Erteilung eines Neo-Verbots herumgekommen - was ja für mäßige Schwimmer, die die TriFis im allgemeinen und die heute startenden im besonderen ja sind, eher ein Vorteil ist.
So verloren unsere vier Starter (Holger Fritze, Patrick Maron, Daniel Schürmann und Thomas Sievers) auch beim Schwimmen nicht mehr als drei Minuten auf die schnellsten Schwimmer, die kurioserweise alle aus Marienfeld kamen. Daniel konnte noch auf der ersten Runde zu dem bald führenden Hammer Christian Härtel aufschließen und die beiden bauten bis zur zweiten Wechselzone ihren Vorsprung weiter aus. Dahinter arbeitete sich Thomas, der mittlerweile Patrick ins Schlepptau genommen hatte, wie immer fleißig nach vorne, bis schließlich zwischen ihnen und dem Spitzenduo nur noch Thorsten Brinkmann aus Marienfeld lag. Holger hatte keinen ganz so starken Tag wie bei seinen bisherigen Ligawettkämpfen und verlor einige Minuten auf seine Teamkollegen.
Seinen Lauf nahm das Drama des Tages kurz vor Ende des Radsplits. Thomas, dem Patrick immer noch folgte, fuhr auf die Streckenteilung zu, wo ein Schild ankündigte, dass es auf der linken Spur der geteilten Hauptstraße zur zweiten Runde ging und rechts in die Wechselzone zum Laufen. Vor ihm war eine Gruppe von drei Startern (mindestens einer davon aus der später gestarteten Landesliga, der also noch eine weitere Runde fahren musste), die alle ganz rechts auf der Wechselzonenspur fuhren. Da Thomas bewusst war, dass womöglich einer der Fahrer noch nach links rüberziehen würde, brüllte er eine Warnung und überholte die drei...
"Als ich in der Wechselzone ankam und die Laufschuhe anzog, wunderte ich mich, dass Patrick nicht kam. Ich fürchtete schon, dass womöglich tatsächlich einer aus der Dreiergruppe eine Harakiri-Wende gemacht und Patrick zu Sturz gebracht haben könnte und Patrick deshalb Zeit verloren hat. Als ich den Lauf-Wendepunkt passierte und Meter um Meter kein Patrick auftauchte, keimte die Sorge auf, dass Patrick so schwer gestürzt sein könnte, dass er gar nicht mehr weiter hat fahren können." schilderte Thomas das Geschehen aus seiner Sicht.
Währenddessen konnte Christian Härtel beim Laufen Daniel Schürmann abschütteln; beide passierten aber mit großem Vorsprung vor Thomas die letzte Zeitmatte, der mittlerweile auf Platz 3 vorgelaufen war. Holger konnte beim Laufen wieder viele Plätze gutmachen und kam auf Platz 8 ins Ziel. Dort erst erfuhren die drei, was schon zu befürchten war: Patrick wurde tatsächlich von einem Amok-Fahrer (der anschließend Unfallflucht beging) aus besagter Dreiergruppe so zu Fall gebracht, so dass er kopfüber auf die Straße aufschlug - direkt vor den Augen seiner Eltern und seiner Freundin. Gleich vor Ort weilende Sanitäter legten ihm sofort eine Halsmanschette an und platzierten Patrick auf eine Vakuummatratze. Auch wenn dies sicherlich eine übliche Vorsichtsmaßnahme ist und Patrick ansprechbar war, blieb doch die große Sorge, dass Patrick sich ernste Kopf- oder Wirbelverletzungen zugezogen haben könnte.
Erst als sich im Laufe des Nachmittags nach mehreren Telefongesprächen allmählich herausstellte, dass Patrick nicht ernsthaft verletzt war und sogar noch am Nachmittag aus der Klinik entlassen werden konnte, stellte sich die große Erleichterung ein. Die Krönung war dann schließlich der Blick auf die Ergebnisliste: Verdutzt registrierten unsere drei verbliebenen TriFis, dass es trotz des sturzbedingten Ausfalls noch zu Platz zwei in der Tageswertung reichte, der uns auch in der Ligatabelle auf Platz zwei nach vorne gebracht hat.

Vielen Dank an dieser Stelle an unsere geschätzten Liga-Kollegen vom Tri-As Hamm, die ehrliche Anteilnahme und Sorge zeigten und deren Ehegatten an der Unfallstelle Patrick zu versorgen halfen. Das war sehr nett von Euch und wir sind Euch sehr dankbar!
Und noch ein Dankeschön an all unsere Vereinskollegen, die an der Strecke standen und uns angefeuert haben! Ihr wart klasse! So macht das Spaß !

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